Was Sparer zum Wohn-Riester wissen müssen
Gefördert werden ausschließlich der Bau oder der Kauf einer selbst genutzten Immobilie
Wer kann von der Wohn-Riester-Förderung profitieren?
Gefördert werden ausschließlich der Bau oder der Kauf einer selbst genutzten Immobilie. Wer nur kauft, um an andere zu vermieten, erhält keinen Zuschuss. Und wer zum Beispiel modernisieren will, muss auf andere Förderungen zurückgreifen - zum Beispiel auf die Programme der Förderbank KfW. Denn der Wohn-Riester soll dafür sorgen, dass die Immobilie als einer der Bausteine in der Altersvorsorge - neben Rentenversicherungen, Fondssparplänen oder Banksparplänen - in der Förderung nicht mehr außen vor steht.
Welche Produkte werde gefördert?
Das können die üblichen Bausparverträge und Baudarlehen sein, erläutert Arno Gottschalk, Baufinanzierungsexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Voraussetzung ist allerdings eine bestimmte Summe, zumindest am Anfang. Denn um zum Beispiel Banken und Versicherungen als Anbieter bisheriger Riester-Produkte gegenüber den Bausparkassen nicht zu benachteiligen, wurde eine Übergangsfrist in die Regelung eingebaut, erklärt Alexander Nothaft vom Verband der Privaten Bausparkassen in Berlin: Wer vor dem 1. Januar 2008 einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, muss mindestens 10 000 Euro angespart haben, um damit in die Baufinanzierung einzusteigen. Mit weniger als 10 000 Euro ist die Entnahme erst von Anfang 2010 an möglich.
Kann ich trotzdem schon einen Vertrag abschließen?
Das ist möglich, denn zum Beispiel die Landesbausparkassen (LBS) bieten schon sogenannte Optionstarife an, erläutert Axel Guthmann von der LBS-Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Das bedeutet, dass etwa ein Bausparvertrag jetzt geschlossen wird mit dem Zusatz, mit dem Start des Wohn-Riesters sofort in einen entsprechend geförderten Vertrag umgewandelt zu werden.
Wer bis Jahresende abgeschlossen und seinen Zulagenantrag abgeschickt hat, bekommt die Förderung für das ganze Jahr. Im Grunde werde sich wenig ändern: Kunden müssten nur das zusätzliche Zulagenformular ausfüllen, alte Verträge können laut Nothaft «mit großer Sicherheit» umgewandelt werden. Die Deutsche Bank und die BHW Bausparkasse machen dagegen noch keine Angaben zur konkreten Ausgestaltung ihrer Pläne, ebenso wenig der Bundesverband deutscher Banken in Berlin.
Lohnt sich "Wohn-Riester"?
Ein geförderter Vertrag ist besser als einer ohne Förderung. Aber der Wohn-Riester kann im Vergleich zur früheren Eigenheimzulage ein schlechter Ersatz als Hilfe zum Bau sein: «Die Eigenheimzulage hat durch den Zuschuss auf das Grundkapital den Darlehenszins dauerhaft verringert», sagt Arno Gottschalk. Unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen wurde sie als Geschenk gewährt. Ein unmittelbarer Vergleich zum Wohn-Riester sei schwer - aber in den meisten Fällen werde sich die Eigenheimzulage besser gerechnet haben. Der Verbraucherschützer stellt außerdem den Bausparvertrag grundsätzlich infrage: «Die Zinsen sind vergleichsweise niedrig.» Ihr Eigenkapital vermehren Sparer mit anderen Produkten besser, sagt er.
