Tagesgeld bei ausländischen Banken anlegen

Günstigere Zinsen nutzen - Einlagensicherung prüfen

Banken aus dem Ausland versuchen, mit attraktiven Zinssätzen deutsche Kunden zu ködern. Anleger sollten genau hinsehen, bevor sie ihr Geld anlegen.

Die besten Tagesgeld-Angebote gibt es zurzeit bei Banken, die nicht der deutschen Einlagensicherung unterliegen. Die höchsten Zinsen bietet nach den aktuellen Daten der unabhängigen Finanzberatung FMH in Frankfurt der niederländische Anbieter NIBC Direct mit einem Zinssatz von 4,8 Prozent. Der Durchschnitt liegt für eine Anlage von 50 000 Euro bei 2,49 Prozent.

Auf Platz zwei folgt die britische Bank of Scotland, die derzeit einen Zins von 4,5 Prozent anbietet und nichts mit der von der Finanzkrise stark gebeutelten Royal Bank of Scotland zu tun hat. Ebenfalls 4,5 Prozent Zinsen bekommen Anleger bei den niederländischen Anbietern Akbank und Credit Europe Bank. Die luxemburgische Advanzia-Bank bietet im ersten Monat 4,89 Prozent, danach jedoch nur 2,54 Prozent. Die ersten deutschen Banken unter den Top-Anbietern sind die Volkswagen- und die Audi-Bank mit jeweils 4,0 Prozent.

Im europäischen Ausland gelten oft geringere Absicherungen als in Deutschland. Diese liegen in den Niederlanden, Österreich und Luxemburg bei 20 000 Euro pro Anleger, in Großbritannien bei umgerechnet derzeit etwa 53 000 Euro. Wer unter diesen Grenzen bleibt, hat also nichts zu befürchten. In den Niederlanden steht die Regierung je Kunde für bis zu 100 000 Euro zu 100 Prozent ein. Die Stiftung Warentest rät dazu, im Ausland höchstens bis zu der Summe anzulegen, die bereits vor der Krise garantiert war.