Einrichtungstipps für die Studentenbude
Opas Tisch und Billigteller
Das Abitur ist geschafft, das Studium steht kurz bevor. Raus aus dem Kinderzimmer und rein in die eigenen vier Wände! Doch was gehört in die erste Studentenbude und vor allem: Wie teuer ist das? «Das hängt natürlich davon ab, ob man in einer WG, einem möblierten Zimmer im Wohnheim oder einem eigenen Appartement wohnt», sagt Ursula Geismann vom Verband der Möbelindustrie in Bad Honnef. Auf die Möglichkeit, sich die Einrichtung über einen Kredit zu finanzieren, sollte unabhängig davon lieber verzichtet werden.
Egal ob es noch eine Gemeinschaftsküche und ein Badezimmer gibt, das eigene Zimmer muss meist zum Schlafen, Arbeiten und Wohnen herhalten. «Gerade wenn der Raum klein ist, lohnt es sich daher, auf multifunktionale Möbel zu achten», sagt Geismann. So kann etwa der Tisch als Essplatz und gleichzeitig als Schreibtisch dienen. Oder die Schlafcouch verwandelt sich morgens in ein Sofa.
Auch ein Regal für Ordner und Bücher sowie ein kleiner Schrank für die Kleider gehören zur Grundausstattung jedes Studentenzimmers. «Mit ein bisschen Glück und Kreativität muss man dafür nicht viel Geld ausgeben», sagt die Innenarchitektin Karin Galán Medina aus Murrhardt bei Stuttgart. «Ich habe mir als Studentin ein Regal aus Weinkisten gebastelt und mit Freunden regelmäßig den Sperrmüll und die Flohmärkte nach brauchbaren Dingen abgesucht.»
Möglicherweise lagern bei Verwandten vergessene Schätze wie ein alter Schreibtisch oder eine urige Lampe. Eine weitere Möglichkeit, preiswert an Einrichtung zu kommen, sind Aushänge im Supermarkt, Kleinanzeigen in der Zeitung oder Internet-Auktionshäuser. Wer früh genug anfängt, kann so Schnäppchen machen. Immerhin werden bei den Netz-Auktionen etwa Futonbetten schon für 60 Euro angeboten.
Doch Vorsicht, nicht immer lohnt es sich, bei der Einrichtung zu sparen. «Das, was man beim Regal und Tisch durch einen Internet- oder Secondhand-Kauf spart, sollte in eine gute Schlafcouch und einen ordentlichen Schreibtischstuhl investiert werden», rät Geismann. Die Couch sollte einen guten Lattenrost und eine Latex- oder Futon-Matratze haben. «Das mutet dem Rücken nicht so viel zu und hält auch die eine oder andere Party aus.» - Kostenpunkt: ab etwa 500 Euro. Am Schreibtisch sollte nicht einfach ein alter Stuhl aus Omas Küche stehen, sondern ein rollender Sitz mit verstellbarer Rückenlehne. Mindestens 150 Euro sollte dieser dem angehenden Studenten wert sein.
Wer sich viel anschaffen muss, fragt sich vielleicht: Soll ich dafür einen Kredit aufnehmen? «Man sollte erst einmal alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten abchecken, bevor man diesen Schritt geht», sagt Kerstin Föller, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Vielleicht können ja die Eltern Geld auslegen. «Für die Möbel müsste man einen normalen Bankkredit aufnehmen - der sofort inklusive Zinsen wieder abbezahlt werden muss.» Findet sich niemand, der ein wenig Geld zuschießt, sollte vor dem Kauf der Möbel besonders gut überlegt werden, welche Stücke wirklich nötig sind.
Das gilt auch für Elektrogeräte und die Kücheneinrichtung. In Wohngemeinschaften oder Studentenwohnheimen gibt es meist schon einen Kühlschrank, Geschirr und Töpfe. Wer allein wohnt, muss auch dafür nicht viel ausgeben - etwa wenn er sich nicht scheut, gebrauchtes Geschirr zu verwenden und auf dem Flohmarkt danach zu suchen. Und eine 60-teilige Box mit Tassen, Besteck, Gläsern und Tellern für sechs Personen kostet zum Beispiel bei einer schwedischen Möbelkette nur etwas mehr als 80 Euro.
In den meisten Studentenstädten gibt es Waschsalons, in denen die Wäsche für etwa drei Euro sauber wird. Wer auf die Schlepperei verzichten und sich eine Waschmaschine zulegen will, sollte bei großen Versandunternehmen im Netz stöbern. Dort gibt es Markengeräte zu Preisen ab etwa 250 Euro. Ein Kühlschrank mit kleinem Gefrierfach kostet in großen Kaufhäusern nicht mehr als rund 190 Euro. Auch bei anderen Geräten lohnen sich Preisvergleiche: Mikrowellen werden immer wieder für 50, Staubsauger für knapp 30 Euro angeboten. Und eine Spüle und ein Herd gehören bei vielen Mietwohnungen zum Inventar.
Einen weiteren Tipp gibt Innenarchitektin Galán Medina: «Messen sind eine tolle Fundgrube für Studenten», berichtet sie aus eigener Erfahrung. «Dort wird hinterher unheimlich viel weggeschmissen. Deshalb sollte man am letzten Tag hingehen und fragen, ob man etwas mitnehmen kann» - Regale oder andere Ausstellungsgegenstände etwa. «Vor allem lohnen sich aber die hochwertigen Teppiche, die man nur einmal gründlich reinigen muss.»
Auch Stückwerk-Zimmer kann gemütlich werden
Auch wenn die Möbel zusammengestückelt sind: Ungemütlich muss das Zimmer deswegen nicht sein. «Man sollte sich vorab überlegen, welche Materialien, Farben und Formen man haben möchte», rät Karin Galán Medina, Innenarchitektin aus der Nähe von Stuttgart. Soll es Holz oder Metall sein, Rundes oder Eckiges? «Die Farben lassen sich dann durch Streichen oder Lackieren leicht angleichen.» Außerdem können angehende Studenten durch gemusterte Vorhänge oder einige Bahnen bunter Tapete den Raum ohne große Investitionen wohnlicher gestalten.
