EU will Bankkunden zukünftig besser schützen

Kommission plant höheren Guthabenschutz und schnellere Auszahlung

Die EU-Kommission will Kunden insolventer Banken zukünftig besser schützen. Der Vorschlag der Kommission sieht eine EU-weite Erhöhung der Deckungssumme auf 100.000 Euro pro Kunde zum Jahresende vor. Rund 95 Prozent aller Bankkunden in der EU wären damit vor dem Verlust ihrer Ersparnisse geschützt. Die Regelung findet sowohl für Privatleute als auch auf Unternehmen Anwendung.

Weiterhin bekommen Kunden einer insolventen Bank zukünftig ihr Geld schneller ausgezahlt. Der bisherige Zeitrahmen von mehreren Wochen soll auf 7 Tage verkürzt werden. Ermöglicht wird dies durch eine frühzeitige Meldung der Bankenaufsicht an die Verwalter der Sicherungssysteme.

Auch die grenzüberschreitende Auszahlung wird erleichtert: Für deutsche Kunden einer insolventen ausländischen Bank bleibt die nationale Einlagensicherung Anlaufpunkt. Anschließend erfolgt die Rückerstattung aus dem Sicherungssystem des EU-Landes, in welchem sich der Hauptsitz der betroffenen Bank befindet.

Zu mehr Transparenz und Verbraucherschutz tragen Standard-Informationsbögen der Banken sowie Benachrichtigungen auf Kontoauszügen bei. Kunden werden so frühzeitig über die jeweiligen Änderungen informiert.

Der Gesetzgebungsvorschlag vom Juli 2010 sieht eine EU-weite Angleichung der Einlagensicherungssysteme vor. Deutsche Banken, insbesondere Sparkassen und Genossenschaftsbanken, sehen hierfür keine Notwendigkeit. Die deutschen Sparer seien durch das deutsche Sicherungssystem in seiner jetzigen Form bereits ausreichend und meist auch bei höheren Guthaben geschützt