Anschlussfinanzierung bedenken

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Zwei Jahre vor Ende der Zinsbindung des alten Baudarlehens sollte man über die Anschlussfinanzierung nachdenken. Auf keinen Fall das Angebot der eigenen Bank abwarten. Sonst ist der Verhandlungsspielraum für die Neuverhandlung des Baudarlehens gefährlich eingeschränkt. Gute Alternativeangebote sorgen für eine starke Verhandlungsposition.

Der Wechsel zu einer anderen Bank kostet zwar oft eine Bearbeitungsgebühr. Sie liegt aber bei weniger als einem Prozent der Restschuld. Und in diesem Fall würde sich - bei einer zehnjährigen Laufzeit - ein Bankwechsel schon lohnen, wenn der Zinssatz nur um 0,2 Prozentpunkte günstiger ist. Wer sich die aktuell günstigen Zinsen sichern möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist die Zahlung von Bereitstellungszinsen. Das Folgedarlehen wird bereitgestellt, obwohl der bestehende Kredit noch nicht ausgelaufen ist. Dafür berechnet die Bank einen Zinsaufschlag von 0,02 bis 0,03 Prozent pro Monat der frühzeitigen Bereitstellung.

Liegt das Ende der Zinsbindungsfrist noch weiter entfernt, kann sich ein Forward-Darlehen lohnen. Dabei wird ebenfalls der aktuelle Zins festgeschrieben. Allerdings ist der Abschluss eines Forward-Darlehens mit langer Vorlaufzeit letztlich eine Spekulation auf die Zinsentwicklung. Ob er sich tatsächlich lohnt, hängt von der weiteren Entwicklung ab.

Die Zinsen für Baugeld sind nach mehreren historischen Tiefständen jüngst wieder ein wenig gestiegen. Kunden geraten damit unter Druck, das Angebot ihres Kreditinstituts für eine Baufinanzierung anzunehmen. Dennoch besteht noch keinen Zeitdruck, jetzt ein Forward-Darlehen abzuschließen.

Ob im Vorfeld vereinbart oder erst mit Auslaufen der Zinsbindung: Es lohnt sich nach Expertenmeinung auf jeden Fall, Angebote anderer Banken einzuholen, bevor der alte Kreditvertrag endet. Wer jetzt abschließt, profitiert von besonders niedrigen Aufschlägen.